Rusken See (Schweden)

Ruskensee
Netzangler auf Spätsommer-Angeltour 2016 – Schweden. Es war mal wieder Zeit, ein (für uns) neues Angelgewässer in Schweden auszuprobieren. Der Rusken-See in Småland stand schon länger bei uns auf der Erkundungs-Agenda, in der letzten Zeit ist dieser See auch „zum bunten Hund“ unter Zanderfreunden mutiert. Ungeachtet dieser Tatsache, wollten wir aber trotzdem dort einfach mal hin, und uns von den guten anglerischen Gegebenheiten überzeugen.
Diesmal hatten wir Glück, wir haben relativ kurzfristig ein Mietboot am Rusken klarmachen können, und mehr brauchten wir dann auch eigentlich nicht. Geplant war nämlich wieder die Wildnis Schwedens möglichst „hautnah“ zu erleben: Also Boot schnappen und mit allem vollpacken was man für ca. 4 Tage Überleben braucht, wie: Zelt, Proviant, Angelzeug usw. Dann einfach losfahren und sich unterwegs eine schöne Stelle suchen.
Unser Angelboot haben wir bei „Adventure of Småland“ bekommen. Der Vermieter ist ein netter deutscher Auswanderer, der einem auch so mit Rat und Tipps zur Seite steht. Die Preise für die Boote sind fair, und es steht eine kleine Auswahl an (Motor)Booten und Kanus zur Verfügung, solange natürlich nicht alles ausgebucht ist. Unterschiedliche Größen, sowie Alu und GFK Boote stehen dem geneigten Angler zur Wahl.
AngelbootWir hatten für unseren Trip ein mittelkleines GFK-Boot mit einem 4-Takt 5 PS Außenborder bekommen. Da es zu der Zeit recht windig war, sollten wir auf ein Alu-Boot verzichten, weil die wohl etwas schwieriger zu handhaben sind (bei Wind und dieser Motorisierung).
Vom Angelbootsvermieter „Otto“ hatten wir auch den Tipp bekommen, unser Camping-Glück auf der kleinen Insel Sikö zu probieren. Von dort aus ist man nämlich auch nicht so weit weg, vom eigentlichen Bootsliegeplatz, dieser liegt ca. 2km entfernt. Also haben wir natürlich umgehend Kurs auf Sikö genommen.
UferangelnAuf der Insel angekommen, waren wir sofort begeistert. Die Insel bot alles was man so brauchte und war eigentlich perfekt. Sie ist auch gar nicht so klein, bei einem gemütlichen Marsch von einer Inselseite zur anderen, ist man schon ein paar Minuten unterwegs, wenn man bedenkt, dass man sich zwischenzeitlich etwas durchs Unterholz schlagen muss. Insgesamt ist die Insel aber sehr gut zugänglich, und bietet damit viele Möglichkeiten von Land zu angeln. Im Rusken gibt es noch weitausmehr Inseln, einige davon sind auch etwas größer als Sikö. Diese haben wir aber nur aus einem gewissen Abstand begutachten können. Vom Gefühl her sind die aber bestimmt auch potentielle Anlaufstellen, um dort kurz mal sein Zelt aufzustellen…

Leider war es auch wirklich fast durchgehend (zu)windig, um richtig ausgiebige Bootsausflüge zu wagen. Das niedrige Freibord unsers GFK-Dampfers, hat leider schon bei relativ gemäßigtem Wellengang, für ein etwas mulmiges Gefühl und leichte Wassereinbrüche gesorgt – also im Boot. 😉
Dazu kam noch, dass in diesem Jahr wohl fast ein Meter Wasser im Rusken fehlte, was wiederum einige sonst verborgene Steinpackungen, ungünstig nahe in den Aktionsradius des Außenborder-Propellers brachte. Es war also Vorsicht geboten.

HechtUnsere eher kleineren Angelausflüge, spielten sich in sicherer Nähe zu „unserer“ Insel Sikö ab. Zwischenzeitlich haben wir uns dabei die Zeit in windgeschützten Buchten vertrieben. Gesäumt von saftigen Schilfgürteln, haben in diesen Buchten nicht wenige kampfeslustige, halbstarke Hechte (bis 60cm) mit uns angebandelt. Ein paar Barsche gabs auch zu holen. Wobei die alle wieder zurückgingen.

Von der Insel war es auch möglich Zander zu überlisten. Der größte, ein knapper 40er Zander, hatte eines Abends einem Gummifisch nicht widerstehen können, der durfte aber auch gleich weiterschwimmen.
Der einzige Zander, der bei uns auf dem Grill landete, wurde beim Schleppangeln westlich von der Insel Lindö gefangen.
ZanderWir sind dieses eine Mal, in weiser Voraussicht, extra früh raus aus den Federn, um gleich morgens die Wetterlage zu checken. Es war kaum Wind und wir dachten uns: Jetzt oder nie. Also schell einen kleinen Happen essen, und einen Kaffee runter stützen, Angelsachen schnappen und ab auf den See. Bei dieser für uns einzigen (etwas ausgiebigeren) Schleppangeltour, sind wir gute 2 Stunden durch die etwas spooky wirkenden Nebelbänke getrollt, und haben dann irgendwann den langersehnten, halbwegs ordentlichen, Zanderbiss verbucht.


Okay, man muss anmerken, wir waren eigentlich auch schon mehr oder weniger auf dem Weg zurück zur Insel – Frühstücken. Und wir waren ganz knapp davor, mit langen Gesichtern, von unserem Ausflug zurückzukehren. Naja, Ende gut, alles gut.
HechtsprungInsgesamt ist wie so häufig, für den ersten Versuch an einem unbekannten Gewässer gelaufen: so lala. Die großen Fische haben sich bei uns leider nicht blicken lassen – es wird dem Rusken aber sicher eine zweite Chance gewährt… 😉 Wir haben Zander, Hechte und Barsche ans Band bekommen, wobei Hechte vorne lagen. Hier haben auch die kleineren schon eine Menge Spaß gemacht. Wir haben vorrangig Wobbler, Gummifische und Spinner gefischt, und der interessanteste Künstköder für Hecht und Barsch, war wieder mal der Spinner. Dies haben wir bei der ufernahen Angelei in Schweden ja schon häufiger festgestellt.
Dem See Rusken können wir einen guten (Raub)Fischbestand attestieren, es ging einiges an den Haken, aber auch Weißfische (in Köfi-Größe) ließen sich direkt von der Insel fangen. Wobei dann aber leider kein Biss auf die Köfi-Montage mit Segelpose erfolgte. (Das haben wir aber auch nur an einem Abend probiert, an dem der Wind mal günstig stand.)

Neben der primären Angelei haben wir uns auch noch nützlich, und uns unserer temporären Heimatinsel verdient gemacht. Wir haben nämlich einen kleineren Inselschwelbrand erfolgreich bekämpft. Die andere Seite der Insel hatte, durch ein wahrscheinlich unvollständiges Löschen eines Lagerfeuers, richtig Feuer gefangen. Als wir dort das erste Mal ankamen, waren keine offenen Flammen zu sehen, aber es qualmte und glühte noch an diversen Stellen. Es war schon etwas gruselig zu sehen, wie sich ein einzelner Brandherd, auch unterirdisch, so weit ausbreiten konnte. Und es war hier wohl auch ein kleines Wunder nötig, dass die Insel nicht schon vor unserer Ankunft komplett abgefackelt ist – so hoch wie die Flammen wohl mal standen, und wie trocken es war…


Nach mehrmaligen Löschaktionen (über 2 Tage verteilt), war irgendwann dauerhaft kein Rauchwölkchen mehr zusehen…
Diese eigentliche Selbstverständlichkeit haben wir ehrlichgesagt nicht ganz uneigennützig vollbracht, wir hatten natürlich keine Lust, nachts aus dem Zelt gescheucht zu werden, weil um uns herum plötzlich die Insel in Flammen steht. Irgendwann dämmerte es uns auch, da wir uns nun erinnerten, während eines Gesprächs mit Vermieter Otto gehört zu haben, dass es da irgendwo einen kleineren Inselbrand vor kurzem gegeben hatte. Als sich nun herausstellte, dass es sich genau um unsere aktuelle Wohninsel handelte, sahen wir uns auch nicht gezwungen, jemanden Bescheid zu sagen…
Sonnenuntergang

So am Rande, das Ganze ist nicht wirklich ein Geheimtipp, man sollte also schon auch damit rechnen, zwischenzeitlich weitere Besucher auf den Inseln begrüßen zu können…

KröteDer Bursche hier in der Angeltasche ließ es einige Male darauf ankommen, sich als blinder Passagier mit auf eine Angeltour mitnehmen zu lassen. Er saß ganze 3 Male wieder in der Angeltasche und hat bei uns für ein kleines, erheitertes Aha-Erlebnis gesorgt. Nach einigen vorsichtigen Versuchen, hat er sich dann doch überzeugen lassen, sich dauerhaft ein anderes „Versteck“ zu suchen.

Eckdaten zum See:
Folgende Fischarten gibt es im Ruskensee
Aal, Aalquappe, Barsch, Brachsen, Felchen, Hecht, Maräne, Rotaugen, Rotfedern, Schleie, Zander

Größe des Ruskensees: ca. 34 km²
Maximale Tiefe: ca. 16,4m
(auf der verlinkten Tiefenkarte wird eine max. Tiefe von 21 Metern angegeben, viele schwedische Angelseiten, bzw. die schwedische Wiki-Seite, geben aber 16,4 Meter an…)
Durchschnittliche Tiefe: ca. 3,5m
Tiefenkarte Ruskensee
Koordinaten: 57.25541°N 14.35342°O
Angelkarten bekommt man z.B. Hier
Mindestmaß Zander (Gös)= 45cm
Es dürfen insgesamt max. 4 Fische, der Arten Hechte und Zander, pro Tag und Angelkarte entnommen werden.
Der Ruskensee breitet sich in nord-süd Richtung länglich aus (über ca.15km) und besitzt eher trübes Wasser. Er liegt in Südschweden (Jönköpings län / Småland) und ist mit dem Wasserkraftwerk Långö kraftverk verbunden. Der Rusken ist bekannt für sein ausgezeichnetes Zandervorkommen, aber auch Barsch, Hecht, und zur kalten Jahreszeit Quappen, sind für Raubfischangler interessant. Er liegt ca. 100 (Auto)Kilometer nördlich vom Möckeln See.

Hier geht es zur Google-Maps Karte


Vielen Dank an Lars Jandel für diesen netten Angel-Trip und die prima Bilder, die er hier mit beigesteuert hat!

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