Köderretter / Luresaver

Der Köderretter

Bevor wir uns entschieden haben, selber einen Köderretter / Luresaver zu basteln, hatten wir als erstes ein „Kaufmodell“ getestet, welches aber auch gleich ausschied. Die Spiralförmige Einhängung für die Angelsehne war so eng, dass der Köderretter bei einem vorgeschalteten Stahlvorfach, mit einem „normal“ großen Sicherheitskarabiner, gar nicht über den Karabiner rutschen konnte. Somit baumelte der Köderretter immer in einem gewissen Abstand, über dem eigentlichen zu rettenden Köder.

Den zweiten Versuch haben wir mit der Köderretter-Version, in Form eines großen Boots-Karabiners gestartet, diese Version ist häufig im Netz zu finden und schien auch praktikabel. Irgendwie hatten wir aber auch Pech mit dieser Konstruktion, da gleich beim zweiten Versuch, einen am Grund hängenden Wobbler, aus den Untiefen eines Sees zu befreien, mit der Kappung der Angelschnur endete. Beim zupfen an der Leine des Karabiner-Köderretters, muss sich die Angelschnur ungünstig um die etwas schafkantige Karabineröffung gelegt haben. Beim Ziehen an der Leine, riss dann einfach die Angelschnur – wir hatten damit zwar ein Maximum an Schnur gerettet, der Wobbler blieb aber für immer verschollen.

Das alles war dann auch der Grund dafür, weshalb wir uns eine eigene Köderretter-Version gebastelt haben. Die Version ist auch nicht sehr aufwendig in der Herstellung, und hat in unseren Praxistests sehr gute Dienste geleistet. Insgesamt sind alle Bestandteile des Retters in einem gut sortierten Baumarkt zu bekommen, falls man nicht sogar das nötige Material (oder ein Teil davon) sowieso im Keller, oder in der Werkzeugkiste herumfliegen hat.

Das Material

Hier die verwendeten Bestandteile unseres Köderretters:

• Eine lange, stabile Leine
• Ein 10-20 cm langes Stück Alurohr (muss mit 2 Bohrungen versehen werden)
• 2-3 Kettenstränge (10-20 cm sollten reichen)
• Ein kurzes Stück 1,5-2 mm (Stahl)Draht zur Befestigung der Ketten (mit einer Zange zurechtbiegen)
• 2 Schäkel (am besten aus Niro), müssen geöffnet leicht über das Alurohr passen
• Ein kurzes Stück Metallstange als Zusatzgewicht. Wird in das Rohr eingeführt, funktioniert natürlich auch mit alten Schrauben, Muttern oder Ähnlichem…

Wie dann die ganze Konstruktion zusammengesetzt wird, zeigt Euch die kleine 3D Animation, die ich zur Veranschaulichung gebastelt habe.

Eine einfache Version (mit nur einem Schäkel) wäre auch in Frage gekommen, wir waren aber der Meinung, dass das „Laufverhalten“ und damit die Führung des Köderretters an der Angelschnur durch die 2 Punktaufhängung, die Köderrettung begünstigt. Mit der abgebildeten Konstruktion kann einfach das Zusatzgewicht untergebracht werden, außerdem spricht auch nichts dagegen, nur einen Schäkel in die Angelschnur einzuhängen.
Das Einhängen geht auch sehr schnell von der Hand: Einfach den/die Schäkelbolzen soweit aufdrehen, dass gerade ein kleiner Spalt zwischen Schäkel und Bolzen entsteht (also nicht ganz herausziehen). Angelsehen durch den kleine Spalt führen und den Bolzen wieder herein drehen – fertig.

Der Köderretter

Dann wünsche ich viel Spaß beim Köderretten 😉

10 Kommentare

  1. Hallo Marco,

    coole Sache, und Klasse Idee mit dem Schrumpfschlauch, Verbesserungen / Erweiterungen sind natürlich herzlich willkommen, bzw. erwünscht!
    Und einen selbstgemachten Köder retten (mit nem selbst gemachten Köderretter) ist natürlich abgefahren, und da hängt sicher auch noch mehr dran, wie bei einem „08/15 Kaufwobbler“ – also gefühlsmäßig 😀
    Kann man deine handmade Köder irgendwo sehen im Netz, würde mich interessieren?

    LG, Patrick

  2. Hab den Köderretter Nachgebaut, 1A kann man nur sagen! Hab ihn das erste mal gebracht um meinen Handgefertigten Wobbler gerettet!!! WELTKLASSE
    Habe lediglich eine kleine Änderungen vor genommen und zwar—- habe ich über die Schenkel ein kurzes Stück Elektro Schrumpfschlauch gezogen und heiß gemacht. Der liegt satt an und das Metall rutscht nicht mehr über die Schnur.
    Ansonsten gibt’s nicht’s zu Verbessern…..vielen Dank für deine Bauanleitung, Gruß Marco

  3. Hallo Dirk,

    also ich habe V4A Schäkel verwendet, die sind (hochglanz)poliert – und sicher glatter als so manches Schnurlaufröllchen.
    Bisher hatte ich auch noch keine Probleme. Im Idealfall „fällt“ der Köderretter ja fast entlang der Angelschnur zum Köder. Unten angekommen, muss man dann gelegentlich schon ganz schön zuppeln und probieren…
    Dies passiert aber auch eher in Ködernähe, deshalb wäre dort ein Schnurverlust, gleich dem eines Abrisses.
    Die (rutschenden) Schäkel sind auch mehr eine „Streicheleinheit“ für die Schnur, im Vergleich zu dem was sonst so im Wasser rumliegt… 🙂

    Viele Grüße
    Patrick

  4. Hallo,
    das sieht ja alles gut aus und hört sich gut an und bin schon seit längerem nach so einer Nachbauanleitung am suchen.
    Mir kommt nur die Sache mit den Schäkeln ein wenig komisch vor weil ich mir vorstellen kann das man die Schnur danach entsorgen kann weil so ein Schäkel nie 100 Prozent glatt oder poliert ist!

    Und ob einem dann der Köder wichtiger ist als eine nicht gerade Preiswerte Schnur das muss sich dann wohl jeder selbst überlegen!

    Aber auf jeden Fall Danke für die Tolle Konstruktion .

    Gruß Dirk

    Oder irre ich mich da ?

  5. Hallo Henk,

    na das freut mich wirklich sehr!!! 🙂
    Danke für Dein Feedback.

    Viele Grüße
    Patrick

  6. Also, ich kann nur sagen supper ding hab ich mir gleich nachgebaut hat somanche euros erspart im letzten jahr, supper tipp…..

  7. Hallo Helgen,
    ich habe auch noch nachträglich einen Kettenstrang etwas verlängert, in der Hoffnung, den einen oder anderen Köder mehr retten zu können. 😉
    Oder meinst Du mit vergrößert, Ihr habt eine Kette mit größeren Kettengliedern verwendet? Weil ich mir vorstellen kann, dass ab einer bestimmten Kettengliedgröße, kaum noch eine Möglichkeit besteht, dass das Kettenglied am Drilling/Haken „greift“…

    Viele Grüße
    Patrick

  8. Da wir Vertikal und schleppangelei betreiben haben wir schon mehrmals unseren Köderretter den wir im Laden gekauft haben eingesetzt. Diesen haben wir aber etwas verändert die Ketten haben wir größer gemacht damit auch schwerer.Das Ding hat uns schon viele Wobbler und Gummis geretet.
    LG Helgen

  9. Hallo Kurt,
    also ich habe schon manchen Köder wieder damit ans „Licht“ bekommen 😉
    Es gibt aber natürlich auch (leider) Situationen, da kann man machen was man will… der Köder hängt dann wohl so ungünstig – man zuppelt, macht und zieht – plötzlich kurz ein „Pling“, und der ganze Kram ist doch abgerissen. Aber es ist wohl klar, dass manchmal nur „hinterhertauchen“ helfen würde 🙂
    Kannst ja dann mal, von Deinen Erfahrungen berichten…
    Viele Grüße
    Patrick

  10. Danke – habe ja nun viel über sog. Köderretter gelesen, gehört und auch welche im Laden in die Hand genommen. Euer Modell scheint mir eine einfache, aber auch vielversprechende Lösung. Werden das „Ding nachbauen – mal sehen, ob die Verluste am Rhein rückgängig sind.
    Grüße aus Mainz
    Kurt Friese

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