Nömmen See (Schweden)


Es ist ja schon so etwas wie eine Tradition geworden, jedes Jahr mindestens ein komplett (für uns) neues Angelterrain zu erkunden. Deshalb hat es uns diesmal, auf unserer Angelerkundungstour, an den schwedischen See Nömmen getrieben. Dieser liegt in der Kommune Nässjö (Småland) und ist ca. 15,4 km² groß – die maximale Tiefe liegt bei ungefähr 20 Metern.
In der engeren Auswahl stand auch der See Rusken, denn beide Seen sollen ausgezeichnete Zanderseen sein, doch da es diesmal wieder möglichst naturnah sein sollte, kam ein schwedisches Sommerhaus für uns nicht in Frage. Wir wollten wieder mal das Zelt auspacken und die Natur in vollen Zügen genießen.
Die Betrachtung der Satellitenaufnahmen beider Seen, zeigte schnell die vielversprechenden Vorteile des Nömmensees, dieser ist von seiner Struktur weiträumig mit vielen kleinen und größeren Inseln durchsetzt.
Wir hatten es uns nämlich vorgenommen, lediglich ein Boot zu mieten und dann so naturalistisch wie möglich, unseren Angeltrip zu bestreiten – und auf einer einsamen Insel sein Zelt aufzuschlagen, hat doch irgendwie den größten Reiz. 😉
KartenfotoNachdem diese Entscheidung getroffen war, stellte sich die Frage, wo wir ein Boot mieten konnten.
Bei der Suche nach einem Bootsverleih sind wir in Rödjenäs (Nähe Björköby – 57495) fündig geworden. Hier standen 2 Bootstypen zur Auswahl (alle mit 4 Taktern ausgerüstet), das „Große“ mit einem 20 PS Motor und das „Kleine“ mit 6 PS. Die Auswahl fiel uns in diesem Fall nicht schwer, da die großen Boote allen in Verwendung waren, denn Ende Juli ist auch hier die Krebsfischerei im vollen Gange.
Die 20 PSer standen also nicht wirklich zur Verfügung, davon ab, war der 6 PSer für uns aber auch so völlig ausreichend. Was nebenbei noch kurz erwähnt werden sollte, der montierte Propeller wirkte ein wenig zu klein dimensioniert für den Motor, was wohl der Schutzmaßnahme gegen die vielen schlecht zu sehenden Steine unter Wasser geschuldet war. Damit wirkte der 6 PSer doch etwas schlapp und quirlig an unserem Boot.
Der Preis für das 20 PS Boot belief sich auf 300 Kronen am Tag, wir haben für die 6 PS Variante 250 schwedische Kronen berappen müssen, dazu gehörte aber auch ein vollgetankter 10 Liter Ersatzkanister, sowie (in unserem Fall) ein leider leicht defektes Echolot. Unserer Meinung nach, sind die Preise aber dennoch fair. Unter folgender Nummer haben wir unser Boot vorbestellt: +46(0)380 91120
Die Angelkarte mussten wir uns aber gesondert besorgen, diese haben wir in Stensjön in einem kleinen „Supermarkt“ bekommen – direkt an einer kleinen Badestelle. (ca. 15 min entfernt von unserem Bootsverleiher)
Die Wochenkarte kostet 300 Kronen und gilt für den gesamten Nömmen See.
Als wir nun für alle Eventualitäten vorgesorgt hatten, konnten wir unser Boot beladen und endlich in See stechen. Unsere Suche nach einer geeigneten Stelle zum Campen (auf einer schönen Insel), wurde selbstverständlich auch durch die möglichst nahe Ansiedlung, zu einem vielversprechenden Zanderspot beeinflusst. Ein Blick in die Tiefenkarte des Nömmen, ließ unsere Wahl auf die relativ dicht an unserem Bootsverleih gelegene Insel Stora Björkö fallen.
Die Insel wirkte perfekt, denn sie bot einen ausgezeichneten Platz um unser Zelt aufzuschlagen, außerdem ist der Insel Stora Björkö, nördlich, eine weiträumige Vertiefung vorgelagert, die bis auf ca. 20 Meter abfällt.
Hier roch es förmlich nach Fisch – und auch (vermeintlich) nach Zandern. 🙂
ZeltplatzAlso hatten wir nun eine ausgezeichnete Stelle für unser Basislager gefunden. Nachdem das Zelt stand und wir uns soweit eingerichtet hatten, wurden natürlich gleich die ersten Würfe mit der Angel gemacht.
Unsere Entscheidung schien goldrichtig, denn nach kurzer Zeit, konnten auch schon die ersten Barsche verhaftet werden. Die Barsche, vor unserer „Haustür“, waren alle samt keine Riesen, aber viele kleine bis mittlere Größen (bis ca. 35cm), stellten kein Problem da.

Unsere Insel bot desweiteren, insgesamt 3 gut zugängliche Stellen, von denen man problemlos „von Land“ aus angeln konnte – diese waren nach kurzem Kraxeln durchs Unterholz, ganz gut zu erreichen.
Die Barsche ließen sich am besten auf mittlere Spinner fangen, sowie kleine (ca. 5cm) Gummifische. Auch passende Köderfische ließen sich von unserem Basislager aus wunderbar erbeuten, also ganz anders wie z.B. am Solgen See.
Nach einer kurzen Zeit des Einlebens, sind wir dann zum Schleppen / Trollen in näherer Umgebung aufgebrochen, in der Hoffnung, endlich Kontakt zu den anvisierten Zandern aufnehmen zu können. Der erste Abend verlief aber nicht wirklich erfolgreich, ein Anfasser wurde verbucht, dass war es aber auch.
An den folgenden Tagen haben wir unsere Beutezüge etwas ausgeweitet, doch leider haben wir es nicht geschafft, in der Zeit von 4 Tagen, einen anständigen Zander überlisten zu können. Hechte und Barsche waren jedoch kein Problem, diese waren allgegenwärtig.
Die Erklärung schien wohl mit der vorherrschenden Wetterlage zusammen zu hängen, denn wir hatten jeden Tag Temperaturen von fast 30°C, schattenspendende Wolke am Himmel, waren auch nicht wirklich die Regel (- auch eine leicht abkühlende Briese war ebenso selten). Einen Nachmittag hatten wir mal so etwas wie eine dichte Wolkendecken, und an unserem Abreisetag hat es dann tatsächlich auch mal kurz geregnet. Die Wassertemperatur lag aber immer im Oberflächenbereich bei ca. 22°C – also Badewanne.


Die Hechte ließen sich aber zum Angler-Glück, wie schon angedeutet, durch die Hitze nicht beirren.
Den größten Hecht haben wir mit Köfi am Fireball ans Band löcken können, dieser war auch kein wirklicher „Brocken“, kämpfte aber dafür wie ein richtig Großer – 70cm + Hechte gingen im Groben ganz gut. Beim Schleppen und Spinnen vom Boot, ließen sich auch die Barsche auf Wobbler zum Biss verleiten.
Dass es aber doch wohl Zander im Nömmen zu geben scheint, ließ ein versehentlich seitlich gehakter 6cm Baby-Zander vermuten, dieser wurde natürlich sofort vorsichtig und schonend von seinem „Haken-Piercing“ befreit und wird hoffentlich, in ein paar Jahren, ein ordentlicher Stachelritter werden.
Lagerfeuer
Fazit:
Der Nömmen See ist ein wirklich toller und extrem spannender See, und sollte eigentlich alle Raubfischangler glücklich machen. Der große Inselreichtum, mit sehr abwechslungsreichen Tiefenstrukturen, lasst eigentlich keine Wünsche offen. Der Nömmen besitzt, wie viele schwedische Seen, eine mittlere Wassertrübung.
GrillbarschDoch auch hier gilt große Vorsicht, vor den schlecht einzusehenden Steinpackungen unter der Wasseroberfläche. Ein Echolot/Fishfinder ist definitiv von Vorteil, schützt aber auch nicht 100% vor Grundkontakt. Die hier verlinkte Tiefenkarte des Sees hilft aber ganz gut, die relevanten Steine und flachen Bereiche, zu lokalisieren – und natürlich wichtig: Vorsichtiges Befahren.
Außerdem sei noch erwähnt, dass hier zwischenzeitlich die Orientierung etwas schwer fiel, da durch die vielen Inseln und die zerklüfteten Uferbereiche, den richtigen Weg nach Hause zu finden, ein klein wenig tückisch war – darum kann hier ein GPS auch von Nutzen sein.
Auch wenn uns der Nömmen einen schönen Zander schuldig geblieben ist, können wir diesen See nur wärmstens empfehlen. Wir kommen wieder!


Hier noch ein paar Infos, bzw. Eckdaten zum Nömmensee:
Größe des Sees: ca. 15,4 km²
Maximale Tiefe: ca. 20m
GPS-Daten unserer Insel (Stora Björkö): 57°33’21.22″N 14°50’45.66″E
Folgende Fischarten sind zu erwarten: Hecht, Barsch, Zander, Quappe, Brasse und sonst noch reichlich Weißfische.

Tiefenkarte des Nömmen
Angelkarten
Weitere Infos (Unterkunft, Boote usw.)

Hier geht es zur Google-Maps Karte

An dieser Stelle möchte ich Lars noch einen dicken Dank aussprechen! Er hat mal wieder, als Gelegenheitsangler, alles Erdenkliche (anglerisch) mit gemacht, außerdem hat er auch für den größten Teil der Bilder gesorgt. Thx!!!


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